Das perfekte Garnelenaquarium 

Zwerggarnelen stellen im Vergleich zu Fischen im Aquarium weitaus hörere Ansprüche an die richtige Aquariengröße, das technische Equipment und die Einrichtung. Im Zoofachhandel werden auch Nanoaquarien angeboten, die eine komplette Ausstattung mit sich bringen, damit das Einrichten und die Pflege erleichtert wird. Auf die Dauer sind aber diese Aquarien zu klein und verführen Neulinge dazu, Garnelen als leichte Pfleglinge zu sehen, die nicht viel Aufmerksamkeit benötigen, was für den Halter meistens traurig ausgeht…

Ist aber der Entschluss gefasst, Zwerggarnelen zu halten, kommen einem Neuling wie vielleicht auch Dir viele Fragen auf.

Fest steht auf jeden Fall, dass Garnelen Gruppentiere sind und diese mindestens zehn Artgenossen brauchen. Bevor man aber die Tiere einsetzt, sollten Vorbereitungen getroffen werden. Ein Aquarium braucht eine passende Filterung, einen artgerechten Bodengrund und auch Pflanzen. Aber auch die Einlaufphase spielt eine sehr wichtige Rolle. Hier wird das Wasser auf die späteren Bewohner vorbereitet.

Fangen wir zuerst mit der Aquariengröße an. Zumeist sind Garnelen relativ anspruchlose Tiere und eine kleine Gruppe von 10 Tieren kann schon ab 12 Liter Wasservolumen gehalten werden. Wir empfehlen allerdings größere Aquarien ab 30 Liter - noch besser sind Aquarien ab 50 Liter. Je mehr Liter das Aquarium beinhaltet, umso leichter die Pflege. Ein weiterer Vorteil ist, es können mehr Garnelen darin wohnen und man hat viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten.

Bei vielen Aquarien sind die Filter schon enthalten. Doch leider sind diese für die Garnelenhaltung meist nicht geeignet. Die Filterung in einem Garnelenaquarium spielt eine große Rolle, doch sind bei den meisten Filtern die Ansaugrillen zu groß und die Garnelen werden eingesaugt und verenden dort. Besonders für den Nachwuchs ist dies eine Gefahrenstelle. Wer sparen und sich keinen zusätzlichen Filter anschaffen möchte, kann ihm auch eine Strumpfhose überziehen. So wird verhindert, dass die jungen Garnelen eingesaugt werden. Wer sich aber einen garnelensicheren Filter anschaffen möchte, dem empfehlen wir den Luftheberfilter mit zusätzlicher Membranpume. Hier gibt es aber auch schon Luftheberfiltersysteme, die einen Innenfilter verbaut haben und geräuschlos arbeiten. Wir verwenden einen BOB-Schwammfilter in den meisten unserer Garnelenquarien

Eine Filterung allein genügt aber nicht aus, um die Wasserqualität stabil gut zu halten. Wichtig sind regelmäßige, am besten wöchentliche kleine Wasserwechsel von ca. 30% des Wasservolumens durchzuführen. Die häufigsten Ursachen für Garnelensterben ist nämlich eine Verschlechterung der Wasserqualität, welche mit den Wasserwechsel vermieden werden kann.

Ist das passende Aquarium und die Filterung ausgewählt, geht es an die Frage, welchen Bodengrund brauche ich im Aquarium? Oft wird man im Zoofachhandel beraten, dass für das Pflanzenwachstum unbedingt ein Nährboden nötig ist. Dieser ist unserer Meinung nach nicht notwenig. Bei der Auswahl des Bodengrunds kann man sich eigentlich frei entscheiden. Allerdings sollte man darauf achten, dass Zwerggarnelen dauerhaft auf Nahrungsuche sind und sie diese am besten finden, wenn der Boden im Aquarium nicht zu durchlässig ist. Wir empfehlen daher feinen Kies oder Sand zu nehmen. Dies hat auch den Vorteil, dass sich die Tiere nicht daran verletzen können. Bei der Farbauswahl hat man freie Hand. Wir empfehlen aber zu beachten, welche Tiere später einziehen sollen. Die meisten Tiere, wie z.B. die White Pearl Garnele kommt auf schwarzem Bodengrund sehr gut zur Geltung, wohingegen man sie auf weißem Bodengrund nur schlecht sehen würde. Speziell für die Haltung von Caridina logemanni interesant ist Soil als Bodengrund, der das Wasser weicher macht.

Aquarium, Bodengrund und die Filterung sind besorgt, jetzt könnte es los gehen. Aber halt - Garnelen atmen durch Kiemen und somit benötigen sie auch Sauerstoff im Aquarium, den Pflanzen ausreichend produzieren. Sie sorgen aber nicht nur für Sauerstoff im Aquarium, sondern auch für ein wohlbefinden der Tiere. Auch verleihen wir durch die Bepflanzung einen schönen Blickfang für das Aquarium. Wir empfehlen, die Pflanzen je nach Aquariumgröße anzupassen. Man sollte feinfiedrige Wasserpflanzen nutzen und auch sollten Mooskugeln und das bekannte Javamoss im Aquarium nicht fehlen. Die Garnelen lieben es dort herumzuklettern und das Moos nach Fressbarem abzusuchen. Dort siedeln sich nämlich Bakterien an, die ihnen als Nahrung dienen. Das Javamoos kann man sehr gut auf ein Stück Moorkingholz binden oder kleben und somit eine schöne Gestaltung und gleichtzeitig eine wichtige Nährstoffquelle für seine Kleinen schaffen. 

VORSICHT: Wasserpflanzen aus der Zoohandlung sind meist voll mit Dünger und können auch Schädlinge an sich tragen. Da Kupfer sehr giftig für Garnelen ist und sich diese meist an den Pflanzen aufhalten, sollten sie vorher in einem Eimer gewässert werden. Hierzu füllt man diesen mit Leitungswasser, setzt die Pflanzen dort ein und tauscht das Wasser nach 24 Stunden komplett aus. Dies sollte man drei Tage lang wiederholen, danach sollten die Pflanzen die Düngerstoffe an das Wasser abgeben haben. Pflanzendünger sollte in einem Garnelenaquarium nicht verwendet werden – hier ist das Risiko zu groß, dass giftige Stoffe wie Kupfer unerwünschterweise in das Wasser gelangen. Relativ anspruchslose Pflanzen wie die oben genannten gedeihen bei guten Wasserwerten in der Regel auch ohne Dünger, schließlich sind Kot und Futterreste im Garnelenaquarium natürliche Düngerstoffe.

Die Beleuchtung spielt keine große Rolle. Wichtig ist, dass Licht vorhanden ist. Ob es sich hier um Leuchtstoffröhre oder LED handelt ist für die Garnelenhaltung nicht relevant. Aber die Pflanzen leben von Licht, daher sollte drauf geachtet werden, dass für sie genügend Licht vorhanden ist. Die Beleuchtungszeit kann nach einem Belieben geregelt werden. Wir beleuchten unsere Aquarien von 09 bis 21:30 Uhr.

Aquarium ist eingerichtet, Wasser ist aufgefüllt? Dann können ja jetzt endlich unsere Garnelen einziehen...

Nein, auf keinen Fall sollten in ein frisch eingerichtetes Aquarium Tiere eingesetzt werden.

Das Aquariumwasser muss zunächst eine Einlaufphase durchlaufen. In dieser wird darauf hingearbeitet, dass die Wasserwerte eine optimale Ausrichtung erlangen. Bakterien müssen sich bilden und Schadstoffe abgebaut werden. Deshalb wird das Aquarium in der Regel zunächst einige Wochen ohne Tiere betrieben. Wir lassen unsere Aquarien mindestens vier Wochen einfahren, bevor wir den ersten Besatz vornehmen.